Alexander Kuklev (akuklev) wrote,
Alexander Kuklev
akuklev

По просьбам страждущих мы с certusом перевели пост про Фукусиму на немецкий. Если кто подметит ошибки, не стесняйтесь нам на них указать.

Keine Panik auf der Titanic: Soweit ist dort nichts wirklich Schlimmes passiert. Es gibt weder Tote noch Schwerverletzte noch stark Verstrahlte. Die radioaktiven Emissionen sind gering. Keine langfristigen Folgen sind in Sicht. Der Sicherheit halber ist die Bevölkerung in der Nähe des KKW evakuiert worden – wohlgemerkt, vor dem ersten Ausstoß. Die Gespräche über tausendfach überschrittene normative Strahlungsniveaus außerhalb des KKW sind nichts als die übliche Lügenmär der Journalisten. Einige Leute müsste man öffentlich auspeitschen, um ein Exempel für die anderen Schädlinge zu statuieren, die auf der Jagd nach Sensationen zu allem bereit sind. Außerhalb der Sperrzone um das KKW wurden die Hintergrundstrahlungsniveaus nur für einige Stunden überschritten.

Was ist denn explodiert? Es gab vier Wasserstoffxplosionen, einige Konstruktionen wurden zerstört, 16 Mitarbeiter des KKW wurden verletzt, aber alle sind am Leben und alle werden gesund.

Was ist passiert? Passiert ist das stärkste Erdbeben in der japanischen Geschichte, gefolgt von einem der stärksten Tsunamis. Die Magnitude des Erdbebens lag bei 9.0, wobei das weltstärkste Erdbeben seit es die Seismologie gibt, die Magnitude 9.5 besaß. Im Laufe des Erdbebens wurden die Reaktoren aller betroffenen KKWs abgeschaltet. Die Abschaltung der Reaktoren ist ordnungsgemäß schnell und sicher erfolgt. Die Japaner wissen erdbebensicher zu bauen: An keinem der KKWs gab es direkte Schäden durch das Erdbeben - auch trotz des Umstandes, dass die älteren KKWs nur auf Erdbeben der Magnitude unter 8 ausgerichtet sind.
Leider endet die Geschichte nicht mit der Abschaltung der Reaktoren. Nach der Abschaltung produziert der Reaktor noch einige Tage Restwärme und muss abgekühlt werden. Bei vielen (besonders bei den älteren) Reaktoren darf der Abkühlvorgang nicht sich selbst überlassen werden: Durch den Reaktor muss Kühlwasser durchgepumpt werden, ansonsten besteht die Gefahr einer thermischen Explosion des Dampfes und Kernschmelze. Im KKW Fukushima I haben die Kühlpumpen für eine Weile nach dem Tsunami versagt. Als Folge haben wir bis heute das Unglück zu beobachten. Die Details werden wir in einigen Monaten dem IAEO-Bericht entnehmen können.

Was muss man tun, um solche Vorfälle zu vermeiden? Die alten gefährlichen Reaktoren müssen durch neue sichere ersetzt werden. Die Flugzeuge aus dem Ersten Weltkrieg waren auch extrem unsicher, aber die Leute werden durch Schäden klug und berichtigen die Fehler. Genau so ist es auch hier: Bis Ende der 80er konnte man die Reaktoren im Detail nicht modellieren — es fehlten die Rechenkapazitäten, heutige Werkstoffe, Erfahrungen und Einsichten in die Feinheiten. Außerdem muss man sagen, dass vor dem Tschernobyl-Unfall die Sicherheit der KKW nicht die höchste Priorität hatte und zum Teil vernachlässigt wurde. Heutzutage ist die Situation viel besser:
– die Reaktorschnellabschaltungssysteme funktionieren schnell (max. 2 Sekunden) und mit vielfacher Redundanz;
– es gibt Projekte von passiv-sicheren Reaktoren, die abgeschaltet und abgekühlt werden können
  – ohne dass externe Stromquellen notwendig sind;
  – unter vollständigem Ausfall von elektronischen Steuersystemen;
  – unter Ausfall der mechanischen und hydraulischen Geräte (Pumpen, Ventile, etc.) und Kühlmittelverlust;
– es wurden effiziente Reaktoren mit leicht negativen Reaktivitätskoeffizienten sind entworfen; für solche Reaktoren gelten Reaktivitätsstörfälle als ausgeschlossen;
– man verfügt über neue Werkstoffe für Containments und Fundamente der KKWs, wie z.B. Basaltfaserbeton.

Bestes Beispleil wäre der MKER-Reaktor: Dies ist ein Kanalreaktor mit Naturumlauf.
– im Vergleich zu den Kernreaktoren der Generation II gibt es mehr als zehnfach weniger potentiell gefährliche Stellen;
– alle Reaktivitätskoeffizienten sind leicht negativ, Reaktivitätsstörfälle sind ausgeschlossen;
– ein negativer Void-Koeffizient führt dazu, dass der Reaktor im Falle vom Kühlmittelverlust ausgeht;
– SCRAM-Funktionszeit ist 600 ms, die Abkühlung ist passiv;
– vier unabhängige Wasserkreisläufe;
– ein massives, seismisch geschütztes, mehrschichtiges Containment.
Die Analoga des russischen MKER sind der japanische Hitachi ESBWR, der US-amerikanische Westinghouse AP1000 und teilweise der europäische AREVA EPR. Genau solche KKWs müssten die älteren ersetzen.

Unabhängig davon sollen die Brutreaktoren weiterentwickelt werden. Solche Reaktoren schließen den Brennstoffzyklus und lösen somit die Frage der Endlagerung: Die Menge der endzulagernden radioaktiven Abfälle wird soweit vermindert, dass man es mit Ballaststoffen bis zu einer weitgehend ungefährlichen Konzentration verdünnen und in den Uranlagerstätten für ewig deponieren kann, ohne das die Naturbilanz in irgendeiner Weise gestört wird. Alle Probleme der Atomindustrie, die von den Grünen so gerne dämonisiert werden, sind lösbar. Man muss nur daran arbeiten.
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